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Ängste und Nikotinsucht bewältigen und Schmerzen lindern: Die moderne Hypnose kann vieles und wird dennoch unterschätzt.

Hypnose wird unterschätzt: Zahnärzte wenden sie an, um ihren Patienten die Angst zu nehmen. Nikotinabhängige lassen sich hypnotisieren, um sich ihrer Sucht zu entledigen. Krankenhäuser wie das Universitätsspital Lausanne greifen auf Hypnosetechniken zur Schmerzlinderung zurück. Hypnotherapeutische Massnahmen werden auch bei Krankheiten wie Adipositas und psychischen Erkrankungen wie Depressionen erfolgreich eingesetzt.
 
Hypnose ist ein psychotherapeutisches Verfahren, das durch eine Veränderung des Bewusstseinszustands verschiedene Verhaltensänderungen hervorrufen kann. Das Herbeiführen einer Hypnose erfordert eine spezifische Art der Kommunikation, die die Aufmerksamkeit der Patientinnen und Patienten auf innere physische und psychische Vorgänge fokussiert. Diese Form der Konzentration kann es den Behandelten ermöglichen, Einfluss auf ihr Selbstbild zu nehmen und ihnen helfen, mittels eigener Ressourcen eine Veränderung ihres Organismus zu erreichen.
 
Oft helfen Hypnosetherapien den Patientinnen und Patienten mit wenigen Sitzungen – was eine signifikante Reduktion der Behandlungskosten zur Folge haben kann. Dieser Faktor ist bisher in der medialen und politischen Diskussion um die Senkung der Krankenkassenprämien vernachlässigt worden. Der 2017 gegründete Berufsverband für Hypnosetherapie SBVH (www.sbvh.org) setzt sich deshalb dafür ein, dass die Hypnose in Politik und Öffentlichkeit besser positioniert ist und zum Vorteil der öffentlichen Gesundheit angewendet wird.

Von Yvonne Feri, SP-Nationalrätin Kanton Aargau