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Atemlosigkeit ist für viele Menschen nicht erst seit Helene Fischers Hit ein grosses Thema, sondern trauriger Alltag. Und das Phänomen begleitet diese Menschen nicht nur durch eine einzige Nacht, sondern ein Leben lang, tagsüber ebenso wie nachts. 

In der Schweiz leiden rund eine Million Menschen an einer Atemwegserkrankung; von Asthma über COPD bis hin zu Lungenkrebs. Alleine in der Schweiz sterben jährlich rund 9500 Personen frühzeitig an den Folgen des Tabakkonsums. Aber nicht nur der Tabak ist ein Risikofaktor für Erkrankungen: Schadstoffe umgeben uns auch ohne dass wir rauchen. 10 Prozent aller Personen, die an COPD leiden, haben nie geraucht, die Zahl der vorzeitigen Todesfälle aufgrund des Einatmens von Luftschadstoffen wie Schwefeldioxid, Stickstoffoxid, Ozon und Feinstaub (ohne Tabak) liegt in der Schweiz bei ebenfalls beinahe 3000 pro Jahr.

Doch woher kommen diese Schadstoffe? Die Verursacher lassen sich in vier Gruppen unterteilen: Landwirtschaft, Verkehr, Industrie und Privathaushalte. Diese machen alle zwischen 20 und 30 Prozent der Gesamtemissionen an Schadstoffen aus. Dank technischer Fortschritte und strengerer Regelungen in diesen Bereichen hat sich die Luftverschmutzung in der Schweiz seit den 1980er-Jahren – den ersten Messungen durch das Nationale Beobachtungsnetz für Luftfremdstoffe – deutlich reduziert. Auf einem unbedenklichen Niveau ist sie aber längst noch nicht. Wie der aktuelle NABEL-Bericht zeigt, lagen 2016 insbesondere die Ozonwerte mehrmals über dem gesetzlich vorgegebenen Grenzwert. Auch die Feinstaubwerte waren an einigen Messorten während mehrerer Tage zu hoch. Um diese Werte weiterhin zu reduzieren, ist die Politik gefordert. Mit der Revision der Luftreinhalteverordnung, welche die Einführung eines neuen Grenzwertes für PM2.5 (Feinstaub mit einem Durchmesser unter 2.5μm) vorsieht, geschieht ein Schritt in die richtige Richtung. Um auch die Ozonwerte dauerhaft zu senken, bräuchte es jedoch ebenfalls strengere Regelungen für Stickoxide (NOx), die beim Verbrennen von Brenn- und Treibstoff entstehen und wichtige Vorläufersubstanzen von bodennahem Ozon sind.

Einen grösseren Einfluss als auf die Qualität der Aussenluft hat jeder einzelne von uns auf die Innenluft, in welcher wir uns in der Regel den Grossteil des Tages aufhalten. So können etwa Reinigungsmittel und Duftsprays die Raumluft mit flüchtigen organischen Verbindungen belasten und beim Abbrennen von Kerzen entsteht Russ und damit Feinstaub. Ein sparsamer Einsatz und regelmässiges Lüften helfen, die Schadstoffbelastung so tief wie möglich zu halten. Letzteres hilft übrigens auch, um die Luftfeuchtigkeit auf einem Niveau zwischen 40 und 60 Prozent zu halten und so die Bildung von gesundheitsschädlichem Schimmel zu vermeiden.

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