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Zwei im Parlament hängige Vorstösse wollen den elementarsten Arbeitnehmerschutz radikal abbauen: Die Vorstösse Graber und Keller-Sutter wollen für einen bedeutenden Teil der Beschäftigten die Arbeitszeiterfassung und die Vorschriften zur Begrenzung der Arbeitszeit (Limite der wöchentlichen Höchstarbeitszeit, Nacht- und Sonntagsarbeitsverbot) eliminieren. Alle Dachverbände der Arbeitnehmenden sowie die grössten Gewerkschaften des Landes haben sich dagegen ausgesprochen. Über eine halbe Million Mitglieder stehen hinter diesem Bündnis. Auch die ArbeitsmedizinerInnen positionieren sich klar dagegen.

Das sind die Gründe für die Opposition:

Mehr Krankheitsrisiken für Arbeitnehmende
Gerade leitende Angestellte und höher qualifizierte Fachpersonen, die im Visier der Deregulierung stehen, beklagen steigenden Stress und real sinkende Arbeitszeitautonomie. Die Einführung einer faktischen 60-Stunden-Woche sowie die Möglichkeit, den Arbeitstag auf 15 Stunden auszudehnen und nur noch 9 Stunden für Schlaf und Familie vorzusehen, bedeuten ein offenes Tor für Burnout und andere Stresserkrankungen. Dies umso mehr, wenn gleichzeitig auch noch die Arbeitszeiterfassung abgeschafft werden würde. Gleichzeitig würden so Überstunden eliminiert. Das Resultat davon: mehr Krankheiten, mehr Gratisarbeit.

Die Schweiz hat bereits das liberalste, arbeitgeberfreundlichste Arbeitsgesetz Europas. Eine weitere Deregulierung würde die Krankheitskosten in der Schweiz explodieren lassen, insbesondere, da Burnout heute immer noch nicht als Berufskrankheit anerkannt ist.